Bild Logo AStGuF
Theater AG - Ziele der Theaterarbeit / Rückblick

Grundsätzliches

In 2015 taten sich mehrere sozial tätige Institutionen sowie viele engagierte Bürger Lüdinghausens zusammen und verständigten sich in der Gründungsversammlung im März 2015 auf die Einrichtung des Arbeitskreises Asyl unter der organisatorischen und rechtlichen Veranwortung der Arbeitstelle Gerechtigkeit und Frieden e.V. Dies war eine sinnvolle erforderliche Maßnahme als Reaktion auf die vielen fremden Menschen in Lüdinghausen in Folge der Flüchtlingswelle ab 2015.

Unterstützung der Flüchtlinge bei ihrer Integration unter Wahrung ihrer Würde mit der Ausrichtung auf Stärkung der Selbstständigkeit.

Bild Logo AK Asyl
Diesem Ziel fühlte die Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden e.V. verplichtet. Ehrenamtliche halfen mit, Flüchtlingsproblemen vor Ort nachzugehen und den Flüchtlingen bei der Integration tatkräftig Hilfestellung zu leisten. Weitere Aspekte der grundsätzlichen Zielsetzungen waren:
  • Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache
  • Angebote zur gemeinsamen Freizeitgestaltung gemeinsam mit Lüdinghauser Bürgern, die das Interesse an einem gegenseitigen Kennenlernen und an einem interkulturellen Austausch haben.

Sinn und Zweck der Theaterarbeit

Für Barbara Bongert ergab sich aus diesen Leitthesen der Gedanke, eine - für manche ungewöhnliche - Hilfestellung bei der Integration sowohl junger Erwachsener, aber insbesondere jugendlicher Flüchtlinge anzubieten,
nämlich THEATERARBEIT in einer THEATER AG.
Die Zusammenarbeit von deutschen Schüllerinnen und Schülern mit Flüchtlingen war der Grundgedanke für eine erfolgreiche Integrationsarbeit.

Die Theaterarbeit setzt eine Menge an Disziplin voraus und bewirkt eine positive Entwicklung junger Menschen, wenn sie diesem Beachtung schenken und sich davon leiten lassen. Die Persönlichkeitsentwicklung wird gestärkt. So ist es zunächst für die meisten sehr schwer vorstellbar, gar aussichtslos, sich auf eine Bühne zu stellen und sich vor fremden Menschen frei zu äußern. Wer denkt da nicht an Lampenfieber und an schlotternde Knie? Aber Übung macht den Meister und wenn es zufiedenstellend gelang, darf man stolz auf das Geleistete sein!

Schon im Laufe der Vorbereitung wird den Schauspielern einiges abverlangt. Wiederholtes Lernen der Rollen erfordert eine persönliche Einsatzbereitschaft. Gerade für die jungen ausländischen Teilnehmer - die meisten hingen in einem abwartenden, ungeregelten Zustand - war es eine Möglichkeit zur Strukturierung des Tagesablaufs und der Sinngebung in einer für sie völlig ungewohnten Gesellschaft.

Die Erlernung der deutschen Sprache ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Es bleibt in der Theaterarbeit nicht nur bei trockenen Wort- und Satzübungen. Man muss sich schon intensiver mit Inhalten auseinandersetzen und Sprachfertigkeiten trainieren.

Die Teamarbeit erfordert ein Übriges:

Bild
Bei den Ruhrfestspielen auftreten ?
Bild
Auf der Bühne stehen ?
Seine Rolle beherrschen ?
und
Sich im Team einbringen ?
Bild

Resümee

Rückblickend kann man sagen, dass die Theaterarbeit ein positver Beitrag im Hinblick auf die Integration junger auslänischer Menschen war. Es war die Chance, sich von dem oftmals tristen Alltagsablauf zu lösen, sich mit anderen über die politischen und gesellschaftlichen sowie insbesondere über leidvolle persönliche Erfahrungen auszutauschen.

So mancher schöpfte daraus neue Energien und sah sich bestärkt, hoffnungsvoll auf eine ungewisse Zukunft zu blicken. Dies war ein wichtiger Impuls für die schulische und berufliche Weiterbildung.

Aus heutiger Sicht ist zu sagen, dass die Arbeit in der Theater AG ein unvergessliches Erlebnis war. Inzwischen haben die meisten ausländischen Schüler hier Fuss gefasst, in schulischer und beruflicher Ausbildung gefordert werden und damit Zeit für eine weitere Theaterarbeit nur sehr begrenzt zur Verfügung stehen